Wechsel in die private Krankenversicherung – was ist zu beachten?

In Deutschland stehen parallel zwei Versicherungssysteme zur Auswahl: die gesetzliche und die private Krankenversicherung. Dennoch ist es nicht für jeden Arbeitnehmer möglich, in eine Private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Die PKVs stehen nämlich nur einem bestimmten Personenkreis zur Verfügung. Selbstständige und Beamte zählen zu jenen Erwerbstätigen, die zu einer PKV wechseln dürfen ohne Angaben über das Einkommen machen zu müssen. Auch Studenten steht der Eintritt in eine PKV offen. In den gesetzlichen Kassen sind Kinder bis zum 25. Lebensjahr automatisch bei einem Elternteil mitversichert. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Mutter, Vater oder beide in eine gesetzliche Kasse einzahlen. Wer nach dem 25. Geburtstag noch nicht mit dem Studium fertig ist und ins Erwerbsleben eintritt, muss sich selbst versichern.

Aus diesem Grund sind PKVs vor allem für ältere Studenten oder Menschen, die sich für eine Aus- oder Weiterbildung eine berufliche Auszeit nehmen, relevant. Dienstnehmer, die nicht selbständig arbeiten oder als Beamte, Richter oder Abgeordnete tätig sind, dürften nur ab einem bestimmten Mindesteinkommen in eine PKV wechseln. In die Berechnung fließen neben dem Monatsgehalt auch Sonderzahlungen wie das Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Überstundenpauschalen oder vermögensbildende Einkommensbestandteile mit ein. Auch Einkünfte aus einem Nebenerwerb werden dazugerechnet. Da Löhne und Gehälter in der Regel jährlich steigen, erhöht sich auch die Einkommensgrenze. Im Jahr 2016 dürfen nur Menschen, die mehr als 56.250 Euro pro Jahr verdienen, in eine PKV übertreten. Hat man sich für einen Wechsel entschieden und würde der Antrag vom Versicherungsunternehmen seiner Wahl akzeptiert, muss man die gesetzliche Versicherung kündigen. Dabei sollte man sich in jedem Fall über die einzuhaltenden Fristen informieren. In der Regel kann man den Vertrag mit einer gesetzlichen Krankenversicherung mit einer Frist von 2 Monaten schriftlich auflösen.

Vor- und Nachteile abwiegen

Wer bereits in jungen Jahren viel verdient, kann sich möglicherweise die Prämien der privaten Krankenkasse spielend leisten. Jedoch sollte man immer auch an die Zukunft denken und nicht vorschnell wechseln, bevor man alle Vor- und Nachteile gründlich abgewogen hat. PKVs punkten mit freier Arztwahl und zahlreichen Sonderleistungen. Diese muss man aber unterm Strich durch hohe Prämien vorfinanzieren. Entscheidet man sich für das teuerste Tarifmodell (das oft auch als Komforttarif bezeichnet wird), logiert man im Falle eines Krankenhausaufenthalts in einem Einzelzimmer und wird vom Chefarzt persönlich behandelt. Beim Zahnarzt werden bis zu 100 Prozent der Honorarnote bezahlt, wenn man sich bei Vertragsabschluss für ein Rundum Paket entscheidet. Bei der Übernahme der Zahnarztrechnungen unterscheidet sich das Leistungsspektrum der PKVs maßgeblich. Bevor man die Unterschrift unter den Versicherungsvertrag setzt, sollte man sich genau darüber im Klaren sein, welche Kosten übernommen werden. Einer der Nachteile der PKVs ist, dass man beim Arzt zunächst die Honorarnote selbst begleichen muss. Erst nach Einreichung bei der PKV bekommt man das Geld aufs Konto erstattet.

Plant man eine Familie zu gründen, sollte man genau prüfen, ob man sich eine private Krankenversicherung mit einem oder mehreren Kindern leisten kann. Für jedes Familienmitglied ist bei PKVs nämlich extra zu bezahlen. Anders verhält es sich bei der gesetzlichen Versicherung, wo der Nachwuchs automatisch bis zum 25. Geburtstag bei einem Elternteil mitversichert ist. Hat man sich erst einmal für einen Wechsel in eine PKV entschieden, ist die Rückkehr in das gesetzliche System nicht immer reibungsfrei möglich. Nur wer unter die oben erwähnte Einkommensgrenze fällt, kann in die gesetzliche Versicherung übertreten. Starke Beschränkungen gelten für ältere Arbeitnehmer, nach dem 55. Geburtstag ist es kaum noch möglich, in das gesetzliche System zu wechseln. Als Fazit lässt sich feststellen, dass PKVs zweifelsohne Vorteile bei der gesundheitlichen Versorgung bieten. Trotzdem sollte man vor einem Wechsel auch an die Zukunft denken.

Lohnt eine private Krankenversicherung für einen Kurierdienstunternehmer?

Wer sich mit einem Kurierdienst selbständig machen möchte, der muss auch die Frage nach einer passenden Krankenversicherung beantworten. Grundsätzlich muss sich der Selbständige nicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichern, er hat also die Wahl ob er sich privat versichern möchte oder freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt.

Wer sich für die Private Krankenversicherung entscheidet, der muss sich mit den verschiedenen Tarifen auseinandersetzen. Je mehr Leistungen man möchte, desto höher natürlich auch die Kosten der Krankenversicherung. Aber gerade Privatpatienten möchten natürlich auch bessere Leistungen als die gesetzlich Versicherten haben. Man sollte auf jeden Fall einen Tarif wählen, welcher auch eine Beitragsentlastung im Alter vorsieht. Die Beiträge steigen nämlich mit zunehmenden Alter, so dass viele sich die Beiträge im Rentenalter nicht mehr leisten können und in einen Basistarif wechseln.

Alternativ kann man natürlich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Dies hat den Vorteil, das die Beiträge nicht im Alter steigen. Man kann z.B gesetzlich versichert bleiben und eine private Krankenzusatzversicherung abschließen um die Leistungen der Krankenversicherung zu erhöhen.

Gerade für Selbständige in der Branche der Kurierdienste, steht oft die Versicherungsprämie an erster Stelle. Verständlich, sind die Margen in der Transportbranche doch eher gering. Aber wenn es um die eigene Gesundheit geht, sollte man auch die Versicherungsleistungen prüfen um im Krankheitsfall auch gut versichert zu sein.

Ablehnung private Krankenversicherung

Ein Krankenversicherer kann die Annahme eines Antrages, oder eines Änderungsantrages ablehnen, wenn beispielsweise Krankheiten bestanden haben oder bestehen, die für den Versicherer und die Versichertengemeinschaft ein erhebliches Risiko darstellen und kein adäquater Risikozuschlag erhoben werden kann.

Während der Versicherungsdauer kann es zu Ablehnung von Leistungen oder Kosten kommen, sofern sie nicht Teil des Leistungsverzeichnisses sind, oder medizinisch nicht notwendig waren.

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