Bestands-Versicherte sind für 18 Monate gebunden

Ging man bisher davon aus, dass sich der PKV-Verband und die beiden Bundesministerien für Gesundheit und Finanzen auf eine zweijährige Bindungsfrist geeinigt hätten, so veröffentlichte jetzt das Bundesfinanzministerium eine Kalkulationsverordnung. Dort wird folgendes zum Thema „Wechsel von Bestandskunden der PKV in den Basistarif eines anderen Versicherers im ersten Halbjahr 2009“ festgestellt:

  1. Nach einem Wechsel in den Basistarif eines Krankenversicherers, beträgt die Mindestverweildauer 18 Monate
  2. Nach Ablauf der Mindestverweildauer besteht nicht nur die Möglichkeit in einen Vollkostentarif des Versicherers zu wechseln, sondern auch in den Basistarif eines anderen Krankenversicherungsunternehmen. Weitere Wechselmöglichkeiten unter Mitnahme der Alterungsrückstellung sind dann jedoch ausgeschlossen

Jetzt ist es raus. Weder drei Jahre, wie anfangs von der PKV-Verbandsspitze gefordert noch die als Kompromisslösung gemeldeten zwei Jahre, sondern gerade einmal die Hälfte der Anfangsforderung.

Das bedeutet nur für alle wechselinteressierten PKV-Bestandskunden, dass sie ab dem 01.01.2009 bis einschließlich 30.06.2009 ein halbes Jahr lang Zeit haben, um bei ihrem Wunschversicherer unter zu schlüpfen und mit einem beachtlichen Teil ihrer Alterungsrückstellung im Gepäck.

Wenn Sie daran interessiert sind Ihren Versicherer zu tauschen, dann ist das aufgrund der Gesundheitsreform 2007 so attraktiv wie noch nie, da Sie bei Ihrem neuen Krankenversicherer nicht wieder gänzlich bei Null anfangen, sondern durch die zu übertragende Alterungsrückstellung bereits ein beachtliches Polster mitbringen.

Ob es sich allerdings tatsächlich für Sie lohnt Ihrem Versicherer den Rücken zu kehren, um dann im Basistarif Ihres Wunschversicherers 18 Monate zu überdauern und anschließend in den eigentlichen Zieltarif zu wechseln, bleibt sehr fraglich angesichts der neuen Tarife der PKV, die durch die Wechseloption für alle Neukunden bereits deutlich teurer im Beitrag ausfallen müssen.