Bei Beitragsverzug kommt der Basistarif

Durch die allgemeine Versicherungspflicht muss jeder mit Wohnsitz in Deutschland spätestens ab Januar 2009 eine Krankenversicherung nachweisen können, die bei einem privaten Krankenversicherer besteht, außer man gehört zu den Personenkreisen, die von dieser Verpflichtung befreit sind.

Sollte man mit der laufenden Beitragszahlung in Verzug geraten, so ruht ab dem dritten Monat die Versicherungsleistung, wenn man trotz Aufforderung den Rückstand nicht begleicht. Der Versicherer hat das Recht für jeden angefangenen Monat des Rückstands Säumniszuschläge in Höhe von einem Prozent des Rückstands zu berechnen.
Sollte der Beitragsverzug anhalten und innerhalb von einem Jahr nach Eintreten des Ruhens der Versicherungsleistungen noch immer Teile unbezahlt sein, so wird der Vertrag automatisch auf den Basistarif umgestellt. Die Umstellung entbindet nicht von der vollständigen Begleichung des Rückstands.

Ob es erstrebenswert ist im Basistarif versichert zu sein, das muss jeder selbst für sich entscheiden, aber die Gefahr der Beitragsentwicklung durch die Koppelung des Beitrages an die Beitragssatzentwicklung in der Gesetzliche Krankenversicherung ist nicht zu unterschätzen.
Gesundheitsexperten, wie der Regierungsberater und Leiter des Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) in Freiburg Bernd Raffelhüschen prognostizieren einen deutlichen Anstieg des Beitragssatzes in der GKV, der bis 2050 bei 30 Prozent liegen soll.

Doch bereits mit Einführung des Gesundheitsfonds in 2009 soll der einheitliche Beitragssatz der GKV bei voraussichtlichen 15,5% liegen und ist damit deutlich höher als heute.

Entsteht also aus wirtschaftlichen Gründen ein Beitragsrückstand, so sollte man sich im eigenen Interesse bemühen, ihn schnellst möglich auszugleichen, da man sonst Gefahr läuft, einen besseren und vielfach auch preiswerteren Versicherungsschutz gegen einen schlechteren und auf Dauer möglicherweise auch viel teureren zwangsweise einzutauschen.