Private Zusatzversicherung immer wichtiger

An steigende Beiträge bei gleichzeitig sinkendem Leistungsniveau mussten sich die Kassenpatienten im Laufe der letzten Jahre gewöhnen. Auch die letzte Gesundheitsreform erhöhte die zu erbringenden Eigenbeteiligungen der Patienten zunehmend und schränkte den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung weiter ein.

Kassenpatient zu sein ist in vielerlei Hinsicht kein Vergnügen und deshalb wird die Nachfrage nach privaten Zusatzversicherungen immer größer. In 2007 konnte die PKV einen deutlichen Anstieg an Abschlüssen im Bereich der Zusatzversicherung in Höhe von 7,5 Prozent verzeichnen. Mit 1,383 Millionen Neuverträgen ist das eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresergebnis um 69.000 Zusatzversicherungen.

Dass die private Zusatzversicherung bei den GKV-Mitgliedern immer wichtiger wird, steht natürlich in direktem Zusammenhang mit der Gesundheitspolitik und macht deutlich, dass private Gesundheitsvorsorge auch zu einem großen Stück Eigenverantwortung geworden ist.

Und in der Zwischenzeit hat das Bundesgesundheitsministerium das zusätzliche Beitragspotential entdeckt, dass sich durch die wachsende Nachfrage nach privater Ergänzung der Kassenleistung generieren lässt. Eine Gesetzesgrundlage dafür hat man schnell mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz geschaffen, wonach es den Krankenkassen möglich ist private Zusatzversicherungstarife zu entwickeln und ihren Mitgliedern anzubieten.

Damit ist dann ein weiterer Eingriff in das Kerngeschäft der PKV möglich geworden, der zukünftig nicht nur die deutschen Gerichte beschäftigen wird, sondern darüber hinaus wohl auch den Europäischen Gerichtshof, da einer Studie zu Folge das eindeutig gegen deutsches und europäisches Wettbewerbs- und Kartellrecht verstößt.

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